Warum unsere Kinder Entspannung brauchen

Kinder-Entspannung-warum

Feuerwehrbetten sind wie alle Kinderbetten – ein Ort der Entspannung.
Dennoch können viele Kinder einfach nicht entspannen.

Woran könnte das wohl liegen?
Machen wir uns Nichts vor:
Montag geht die Woche los.
Und dann wird bis Freitag ein Termin nach dem anderen wahrgenommen.

Samstag wird eingekauft. Sonntag ist Familientag.
Und meistens ist dieser besondere Tag auch noch von hinten bis vorne verplant:

  • 10 Uhr Frühstück
  • 12 Uhr Mittag bei Oma
  • 15 Uhr Zoobesuch
  • Spätestens 17 Uhr zu Hause und uns auf die nächste Woche vorbereiten.

So oder so ähnlich sehen viele Terminkalender aus.

Was ist mit unseren Kindern?
Diese ziehen von klein auf mit.
Sie werden in einen hektischen Alltag hineingeboren und schwimmen jetzt auf genau der selben Welle – wie wir Eltern auch.

Und dabei ist Entspannung für Eltern, wie auch für Kinder sehr wichtig.
In diesem Beitrag möchte ich dir sechs wesentliche Gründe vorstellen, warum eine fürsorgliche Entspannung bei Kindern so wichtig ist.
Und wie du diese bei deinem Kind herbeiführen kannst.

Durch Entspannung kommen Kinder endlich einmal zur Ruhe.

Kennst du das?
Dein Kind läuft hin und her.
Es kommt einfach nicht nur zur Ruhe.

Mit äußeren Anreizen, wie Spielzeug im Kinderzimmer – weiß dein Kind wenig anzufangen.
Ihm ist ständig langweilig.
Es steht ständig vor dir und möchte durch dich beschäftigt werden.
Das Kind findet keinen Einstiegspunkt sich selbst zu beschäftigen.

Es reagiert nur.
Das Kind braucht äußere Stimulanz.

  • Entweder immer wieder ein neues Spielzeug.
  • Oder es benötigt die volle Zeit der Eltern.
  • Nur der Fernseher, das Telefon oder Tablett schafft Ablenkung.

Die reine und sinnvolle Spielzeit nutzt das Kind einfach nicht.
Es kann es auch nicht. Es weiß einfach nicht wie.
Es kommt nicht zur Ruhe.

Durch Entspannung lernt das Kind Selbstkontrolle und Selbstorganisation.

Kinder sollten relativ früh lernen, sich zu organisieren.

Das bedeutet:

  • Sie sollten lernen sich selbst anzuziehen.
  • Sie sollten auch lernen, sich selbst sinnvoll zu beschäftigen bzw. zu spielen.
  • Sie sollten außerdem lernen ihr Zimmer in Ordnung zu halten.

Und für all diese Dinge, welche Kinder beherrschen sollten – sind Selbstkontrolle, Selbstdisziplin und auch Selbstorganisation notwendig.

Doch wie sieht der Alltag aus?
Kinder lassen sich zu sehr von äußeren Reizen ablenken.

So sagt man zu seinem Kind:
“Zieh dich bitte an.”

Und das Kind?
Es versucht es. Wirklich. Doch dann ist dies zu schwer.
Das Kind wird ungeduldig.
Zu dieser Ungeduld kommt eine Portion Ausweglosigkeit hinzu.
Und dann möchte es, dass jemand anderes seine Zeit dafür aufbringt – sich anzuziehen.

Es fängt an zu bocken und zu flehen.
Das Kind versucht alles diese Tätigkeit auf jemanden anderen abzuwälzen.

Ein Kind mit innerer Ruhe wird diese Tätigkeit ausführen, ohne zu meckern.
Klar gibt es dort auch hin und wieder einmal Nachfragen und Bitten.

Aber das Kind findet die innere Ruhe und den Anspruch an sich selbst – das Anziehen selbst zu gestalten.

Durch Entspannung finden Kinder zu sich.

So wie es uns Erwachsene geht – so geht es auch vielen Kindern.

Denn auch viele Erwachsene finden einfach nicht zu sich selbst.
Sie haben ständig das Gefühl im falschen Leben zu sein.
Und finden keinen Ausweg aus diesem Leben.

So kommen ständig Zweifel:

  • Warum passiert ausgerechnet mir so etwas?
  • Was habe ich falsch gemacht?
  • Womit habe ich das verdient?
  • Warum bekommt meine Kollege eine Gehaltserhöhung und ich nicht?

Na – Hand aufs Herz.
Solche oder ähnliche Fragen beschäftigen uns doch schon einmal.

Wir beschäftigen uns mit Dingen, welche um uns herum passieren, ohne diese ändern oder gestalten zu können.
Wir fühlen uns fremdbestimmt.
Wir leben nicht das Leben, welches wir einmal wollten.

Menschen, mit diesen Fragen und Problemen sind nicht bei sich.
Sie finden sich nicht wieder – im großen Rad des Lebens.

Stattdessen beschäftigen sie sich mit dem neuen Auto des Nachbarn, der Gehaltserhöhung des Kollegen, dem Regenwetter von heute und der miesen Laune ihres Vorgesetzten.

Und auch vielen Kindern geht das schon genauso.
Kinder, welche allerdings zur Ruhe kommen – können reflektieren.

Sie können völlig automatisch eine Situation als nicht lebensbedrohlich erkennen.
Und dann aufgrund dieser Erkenntnis – mit Gelassenheit reagieren.

Denn sind wir einmal ganz ehrlich:
Fragen wie : Warum passiert mir das?
Oder
Was habe ich falsch gemacht?

Führen zu nichts. Wenn jeder Erwachsene erkennen könnte, dass die Umstände nicht lebensbedrohlich wären – könnten diese ebenfalls mit Gelassenheit reagieren.

Entspannung ist also ein Prozess, wie man zu sich selbst und zu den entscheidenden Dingen im Leben findet.

Durch Entspannung wird der Kopf mal wieder frei.

Wir alle tragen Sorgen mit uns herum.

Auch unsere Kinder.
Denn auch diese streiten sich mit ihren Freunden.
Haben schlechte Noten.
Machen sich Gedanken darüber – ob ein Lehrer sie mag – oder nicht.

Und all diese Gedanken verleiten zu sinnlosen Grübeleien.
Diese schlechten Gedanken führen zu einer ganzen Menge Ablenkung im Kopf und auch im äußeren Leben.

Wer sich von schlechten Gedanken ablenken lässt, hat keine Zeit für die schönen Dinge im Leben.
Und wer keine Zeit für die schönen Dinge des Lebens hat – der hat meistens auch kein schönes Leben.

Es ist also notwendig die schlechten Gedanken, die ewigen Grübeleien, loszuwerden.
Entspannungstechniken helfen dabei.

Wer entspannt ist – der ist gelassen.
Und im Zustand einer Gelassenheit ist kein Raum für Grübeleien.

Entspannung führt zu besseren Schulnoten.

Es ist ganz klar.
Wenn unsere Kinder die Dinge gelassen sehen und nicht grübeln müssen, dann können sie die volle Aufmerksamkeit auf die Schule richten.

Wenn sie entspannter sind und zu sich selbst gefunden haben und dies völlig automatisch abrufen können – dann können sie sich besser organisieren. Sie haben überhaupt erst die Energie dafür, sich für die Schule zu begeistern.

Wenn die ganze Energie nicht mehr in Sinnlose Grübeleien und in sinnlosen Warum-Fragen abwandert….
Dann wird jede Menge Energie frei.
Es wird Platz geschaffen für die wichtigen Dinge im Leben.

Ich gehe sogar so weit, dass ich sage:
Nur durch eine entspannte und gelassene Herangehensweise an die alltäglichen Probleme, sind diese überhaupt nur lösbar.

Entspannung ist der Rückzugsraum und das Kreativzentrum für Kinder.

Kinder und Erwachsene benötigen einen Rückzugsraum.
Einen physischen und einen mentalen.

Der physische Raum ist das Kinderzimmer.
Hier ist ihr Reich. Das ist der Raum, wo sie sich wieder finden.
Es ist das Reich, welches sie selbst gestalten.

Das Kinderzimmer ist der Raum, wo sie Anreize zum Spielen, Basteln und Malen finden.
Es ist der Raum, wo sie die innere Ordnung selbst bestimmen.

Man kann sagen:
Das Kinderzimmer ist der Raum, wo sie machen können – was sie wollen.

Doch bevor die Kinder diesen physischen Raum erst einmal gestalten können – muss dieser innerlich angelegt werden.

Wenn Kinder etwas Kreatives, wie Malen oder Spielen, machen wollen – muss es im Vorfeld gedanklich angelegt werden.
Auch wenn Kinder scheinbar intuitiv spielen, geht dem nächsten Spielzug immer ein Gedanke voraus.

Kinder mit innerer Ruhe und selbstverständlicher Gelassenheit können diese Gedanken erst bilden und dann umsetzen.

Erste Schritte, welche Eltern unternehmen können.

Einige Fragen kannst du dir stellen:

  • Wieviel Spielzeug steht meinem Kind zur Verfügung?
    Zu viel Anreize bewirken, dass die Kinder sich nicht auf eine Sache konzentrieren können.
  • Wann entsteht die Unruhe beim Kind?
    Entweder entsteht diese nach der Schule, nach dem Kindergarten oder vor dem Zu-Bett-Gehen.
  • Hat mein Kind die Macht seine Freizeit selbst zu gestalten?
    Oder ist die komplette Freizeit durch außerschulische Aktivitäten verplant.
  • Hat die Unruhe des Kindes, nur etwas mit dem Kind zu tun?
    Oder hat die Unruhe noch etwas mit mir oder anderen Erwachsen zu tun.
    Trägst vielleicht du selbst zur Unruhe des Kindes bei?
  • Hat das Kind einen günstigen Rückzugsraum?
    Wie kindgerecht ist das Kinderzimmer gestaltet?
    Wie ist es um die innere Ordnung im Kinderzimmer bestellt?

Fazit:

  • Entspannung ist sehr wichtig für jedes Kind.
    Denn nur durch Entspannung kann ein Kind zu sich selbst finden und seinen Problemen mit Gelassenheit begegnen.
  • Jedes Kinderbett, auch ein Feuerwehrbett – ist ein Ort der Entspannung.
  • Aber nur, wenn die Grundeinstellung des Kindes dieses zulässt.
    Denn Entspannung ist keine Äußerlichkeit – Entspannung ist eine innere Einstellung.